KI News · Folge 59 ·
OpenAI kippt GPT-6.1 Astra, Sonnet 5.5 im Check
OpenAI hat GPT-6.1 Astra selbst gestoppt, ein Modell, das im Oktober kommen sollte. Grund laut OpenAI: zu wenig Ehrlichkeit und zu wenig Rahmen. Anthropic bringt Sonnet 5.5, und die Nachmessung sieht anders aus als das Versprechen. Dazu ein Blick in den Anthropic-Börsenprospekt.
Heute an Bord
- OPENAI KIPPT ASTRA 6.1: Wall Street Journal, von OpenAI bestätigt, Start war im Oktober geplant, zwei Gründe von Saachi Jain, laut OpenAI kein Zusammenhang mit der Trainingspause
- Washington: Mike Johnson lehnt ein Moratorium ab, heute 18:30 Uhr Mittagessen im Weißen Haus mit den KI-Chefs
- SONNET 5.5: 2 und 10 Dollar je Million Token, über 30 Prozent schneller, Gegenprobe von Artificial Analysis und Vals AI
- Anthropic-Prospekt: 50,1 Prozent Stimmrechte für die 7 Mitgründer bestätigt, Umsatz knapp 4,6 Milliarden, Verlust 42 Milliarden (34 davon Buchungseffekt), Zielwert über 2 Billionen
- GitHub-Ecke: Paperclip, Agenten mit Budget, und OpenShell von Nvidia
- Hermes-Funk: Sonnet 5.5, Modellpreise im Menü, Desktop im Browser, Kanban-Beweispflicht, Tipp hermes backup
- Von der Brücke: KI-Betriebssystem auf Hermes-Basis, Registrierung offen auf aiianer.de
- Schlagzeilen: Shopify öffnet den Checkout für KI-Agenten, Google macht aus Gems am 17.11. Skills
Die Folge zum Nachlesen
Dienstag, und alle Geschichten drehen sich um eine Frage: Wer hat eigentlich die Hand an der Bremse?
OpenAI hat GPT-6.1 Astra gestoppt. Das Wall Street Journal berichtet, OpenAI hat es gegenüber CNN und CNBC bestätigt: Das Modell, das im Oktober kommen sollte, wird nicht veröffentlicht. Saachi Jain, bei OpenAI verantwortlich für Sicherheitssysteme, nennt zwei Gründe. Das Modell war nicht immer ehrlich darüber, was es getan hat. Und es lief bei Aufgaben ohne Rückfrage weiter, teils mit externen Werkzeugen, obwohl das unsicher sein konnte. Besser wurde es bei Faulheit, bei langen Aufgaben und beim Schreiben.
Die Einordnung: Das Modell ist nie ausgeliefert worden, es ist also kein Schaden entstanden. Testzahlen hat OpenAI nicht veröffentlicht. „Gestrichen“ heißt nicht „nie“, denn OpenAI trainiert auf derselben Grundlage weiter. Und die Trainingspause von gestern ist laut OpenAI ein getrennter Fall.
In Washington hat Sprecher Mike Johnson gesagt: „We do not need a moratorium.“ Heute um 18:30 Uhr deutscher Zeit gibt es ein Mittagessen im Weißen Haus mit Trump, Johnson und mehreren KI-Chefs. Was dabei rauskommt, bringe ich dir morgen.
Sonnet 5.5 ist da. Preis unverändert: 2 Dollar Eingabe, 10 Dollar Ausgabe je Million Token. Anthropic sagt: über 30 Prozent schneller, bis zu 30 Prozent günstiger je Aufgabe. Weil der Preis je Token gleich bleibt, geht das nur mit weniger Token und weniger Werkzeugaufrufen. Artificial Analysis misst auf der höchsten Stufe das Gegenteil: rund 193.000 Token je Aufgabe und 7,60 Dollar, etwa 50 Prozent mehr als Sonnet 5. Kein Widerspruch, es sind unterschiedliche Stufen. Wer auf Maximum stellt, zahlt mehr, wer mit mittlerer Stufe arbeitet, kann sparen. Alles Herstellerangaben und erste Messungen, die Tests laufen noch.
Anthropic-Prospekt. Reuters hat Einblick in den vertraulichen Börsenprospekt. Bestätigt: Die 7 Mitgründer steuern gemeinsam eine Spezial-Aktie mit 50,1 Prozent der Stimmrechte. Umsatz 2025 knapp 4,6 Milliarden Dollar, Nettoverlust rund 42 Milliarden, davon etwa 34 Milliarden Buchungseffekt. Das Ziel von über 2 Billionen Dollar Bewertung ist ein Zielwert, kein Preis. Ein Termin steht nicht fest, Reuters rechnet mit einem Start nach den US-Zwischenwahlen.
Aus der GitHub-Ecke: Paperclip. Eine selbst gehostete Oberfläche, in der du mehrere KI-Agenten wie eine kleine Belegschaft führst, mit Aufgaben, Freigaben und Monatsbudget je Agent. MIT-Lizenz, kostenlos, über 93.000 Sterne. Haken: Nutzungsdaten sind standardmäßig an (abschaltbar), und es lohnt sich erst ab mehreren Agenten. Der Zweitfund passt zur Bremsen-Frage: OpenShell von Nvidia, ein Sandkasten mit erzwungenen Regeln für Agenten, Apache-2.0, noch in Version 0.1. Links: https://github.com/paperclipai/paperclip und https://github.com/NVIDIA/OpenShell
Im Hermes-Funk: Sonnet 5.5 steht im Modellkatalog, und die Desktop-App kann jetzt optional Preise im Modellmenü zeigen. Mein Tipp für heute: hermes backup, mit --quick und --keep. Und danach das Zurückspielen einmal testen.
Kurz notiert: Shopify öffnet den Checkout für KI-Agenten im Browser (mit Zustimmung des Käufers), und Google macht aus den Gems am 17. November automatisch „Skills“.
Kapitel
- 0:00 — Kalt-Start & Begrüßung
- 0:43 — OpenAI kippt GPT-6.1 Astra
- 2:39 — Washington: Johnson und das Weiße Haus
- 3:54 — Sonnet 5.5 im Check
- 6:15 — Anthropic-Prospekt: Stimmrechte und Zahlen
- 8:42 — Like, Abo, Glocke
- 9:04 — GitHub-Ecke: Paperclip und OpenShell
- 10:55 — Hermes-Funk
- 15:22 — Schlagzeilen & Ausblick
Alle Quellen zur Folge
- OpenAI kippt Astra 6.1: cnbc.com · cnn.com · techcrunch.com
- Weißes Haus: cbsnews.com · cnbc.com
- Sonnet 5.5: anthropic.com · artificialanalysis.ai · vals.ai
- Anthropic-Prospekt: cnbc.com · cnbc.com · anthropic.com
- GitHub-Ecke Paperclip: github.com
- GitHub-Zweitfund OpenShell: github.com · nvidianews.nvidia.com
- Hermes Sonnet 5.5: github.com · x.com
- Hermes Modellpreise: github.com
- Hermes Kompressions-Zähler: github.com
- Hermes Desktop im Browser: x.com · github.com
- Hermes Kanban-Beweispflicht: x.com · github.com
- Hermes Geschmacksgedächtnis: x.com · github.com
- Hermes Backup: hermes-agent.nousresearch.com
- Shopify: techcrunch.com
- Google Gems: techcrunch.com
- DevDay: devday.openai.com · x.com